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Ausstellungsverleih

Das Deutsche Institut für Animationsfilm kuratiert und präsentiert regelmäßig Ausstellungen zum deutschen und internationalen Animationsfilm. Werkschauen zu einzelnen Künstlern sowie Ausstellungen zu besonderen Arten und Formen der Animationskunst vermitteln anhand von Originalfiguren, Fotos, Artwork und Filmausschnitten die Bandbreite des Animationsfilmschaffens im künstlerischen Spannungsfeld zwischen Autorenfilm und Auftragsfilm. Die unten genannten Ausstellungen stehen für eine Ausleihe auf Anfrage zur Verfügung. Für weitere Informationen zu diesen und weiteren Ausstellungsinhalten, Terminen und Konditionen kontaktieren Sie uns bitte:

0351 311 90 41
kontakt@diaf.de

Deutsches Institut für Animationsfilm e. V.
Königstraße 15
01097 Dresden

 

Die Kuh im Baum – Animationsfilme von Christina Schindler

Eine Familie von Zugvögeln reist mit der Eisenbahn, drei lustige Wesen – halb Vogel, halb Nagetier – nutzen Alltagsgegenstände für ihre Zwecke: Ein Blatt Papier wird zum Fernrohr, mit Kaugummi reparieren sie ein Loch im Boot. Die Filme von Christina Schindler laden zum kreativen Umgang mit der Wirklichkeit ein. Christina Schindler ist eine prominente Vertreterin des neueren deutschen Animationsfilms für Kinder. In ihren international preisgekrönten Zeichenanimationsfilmen, die in Kooperation mit der ZDF-Kindersendung „Siebenstein“ entstanden, entdecken Tierhelden mit Mut und Einfallsreichtum die Welt. Ihre spannenden Abenteuer zeigen, wie sich kleine und größere Probleme mit Phantasie und Freundschaft lösen lassen.

In zwanzig Rahmen dokumentiert die Ausstellung „Die Kuh im Baum“ mit Originalzeichenphasen und Flachfiguren die äußerst interessante Arbeitsweise der Regisseurin, so zum Beispiel, wie sie Zeichenfiguren und Realaufnahmen kombiniert, wie ein Chamäleon im Film seine Farbe wechselt und wie man auf einem 35-mm-Filmstreifen Figuren koloriert.

Im Ausstellungszusammenhang wird ein Workshop angeboten, in dem Kinder für die Wundertrommel zeichnen und so unmittelbar vor Ort wirkungsvoll ihre selbstgestaltete Animation erleben können.

Ausstellungsflyer (pdf)

 

Puppen im Film – Puppenanimation aus dem DEFA-Studio

15 Jahre – 20 Länder. Das bisher am weitesten gereiste Ausstellungsprojekt des Instituts ist „Puppen im Film“. Die Ausstellung wurde u. a. in Tschechien, Polen, Österreich, Estland, Frankreich und Portugal gezeigt. Im Herbst 2018 ist sie erneut in Berlin zu entdecken.

Die Wanderausstellung dokumentiert mit einer Auswahl der schönsten Puppenanimationsfiguren aus der DEFA-Geschichte die gestalterischen Fertigkeiten sowie die Vielfalt der künstlerischen Handschriften des ehemaligen Animationsfilmstudios, das von 1955 bis 1990 in Dresden existierte. Elf individuell gestaltete Vitrinen zeigen in Form von minimalistischen Sets Figurengruppen und Requisiten. Gemeinsam finden sich die von der Romantik geprägten Novelle-Figuren aus edlem Meißner Porzellan, die zauberhaft anmutigen Herrscher aus Der fallende Schatten, die derb-komische Kluge Bauerntochter sowie die skurrilen Puppen aus Heinrich der Verhinderte zu einem Stelldichein. Jede Vitrine wird von einer Stellwand mit großformatigen Kunstfotos und knappen Kommentaren der Regisseure umrahmt. Eine weitere Vitrine demonstriert anschaulich die Entstehung einer Animationsfigur vom ersten Entwurf über Gussform und Gestell hin zur Figur. Die ältesten der ausgestellten Figuren sind über 60 Jahre alt. „Puppen im Film“ lässt die Animationswelt für Erwachsene und Kinder lebendig werden und bietet einen Blick in die reiche europäische Märchen- und Fabelwelt. Zwei Stellwände informieren über die Geschichte des DEFA-Studios für Trickfilme und stellen das Deutsche Institut für Animationsfilm vor.

Gestaltung

©DIAF-Archiv

Die Vitrinen mit einer Grundfläche von jeweils 80 x 80 cm zeigen minimalistisch gestaltete Schauplätze, auf denen je zwei oder drei Puppenfiguren und einige Requisiten zu sehen sind. Die großen Porträtfotos der Figuren mit Zitaten der Regisseure und Gestalter sowie Filmplakaten sind auf Stellwände aufgezogen (1 m + 50 cm + 1 m breit, 2 m hoch). Ein Beleuchtungssystem hebt jede Vitrine einzeln heraus. Im Inneren des Forums befindet sich ein Aufsteller (80 cm + 2 m + 80 cm breit, 2 m hoch), der einer aufklappbaren Puppenbühne ähnelt und einen großen Monitor beinhaltet, auf dem fortlaufend jene Filme zu sehen sind, in denen die ausgestellten Puppenfiguren agieren. Die gesamte Ausstellungsfläche beträgt ca. 100 bis 150 qm und wird in ihrer Form den jeweiligen räumlichen Gegebenheiten am Ausstellungsort angepasst.

Vorgestellte Filme

Schnaken und Schnurren – Der hohle Zahn

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Bauer Kracke beißt sich beim Mittagsmahl auf einen hohlen Zahn. Der rasende Schmerz ist mit keinem Hausmittelchen zu betäuben. Trotz Widerwillen bleibt nur der Gang zum Zahnarzt, der Kracke rabiat von seiner Zahnruine befreit. Die sehr didaktische Bildgeschichte von Wilhelm Busch wird filmisch mit deftigem Humor umgesetzt, wozu insbesondere die Puppen mit handfester Sinnlichkeit beitragen.
1957, 5 min, Puppen: Gabriele Otto unter Verwendung der Bildvorlagen von Wilhelm Busch, Bauten/Regie: Johannes Hempel

Der Wunderdoktor

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Ein Wolf gibt sich als Wunderdoktor aus und lockt leichtgläubige Tier-Patienten in seine Praxis. Die schmackhaftesten von ihnen hortet er als Speisevorrat. Ein Pferd deckt das Treiben des falschen Doktors auf und rettet die Gefangenen mit einer List. Das Kannibalische in der Tierfabel von La Fontaine bekommt im Film auf Grund der liebevoll-naiven Gestaltung einen bemerkenswert komischen Zug.
1958, 14 min, Puppen: Willibald Hofmann, Bauten: Klaus Eberhardt, Regie: Herbert K. Schulz

Des Teufels ruß’ger Gesell

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Der Film nach einer Ballade von Franz Fühmann erzählt die Geschichte eines Soldaten, der aus dem Krieg zurückkehrt und als Heizer des Teufels dafür sorgt, dass sein Hauptmann, Marschall und König für ewig in der Hölle schmoren. Ungelenk, kleinköpfig und beinah zweidimensional – die Figurengestaltung überzeichnet hervorragend den Charakter der Kriegstreiber.
1963, 8 min, Puppen: Otto-Gert Müller, Bauten: Klaus Noeske, Regie: Jörg d’Bomba

Heinrich der Verhinderte

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1472 ging Herzog Heinrich von Libnitz als Sieger aus einem ritterlichen Trinkwettstreit hervor. Den gesamten Besitz durch die Gurgel gejagt, fasst Heinrich die Eroberung von Polen mit seiner reizenden Prinzessin und einem riesigen Weinkeller ins Auge. Sein Vorhaben endet aber nicht auf dem polnischen Thron, sondern auf einem Misthaufen, da sein Durst größer ist als die Weisheit. Achim Freyer – Gestalter für Theater, Oper, Puppenbühne – gibt in diesem Film eine sehr überzeugende Werkprobe davon, dass er sich mühelos und sehr originell in einem für ihn fremden Metier, dem Puppenanimationsfilm, bewegen kann.
1966, 16 min, Puppen/Bauten: Achim Freyer, Regie: Kurt Weiler

Anton, der Musikant

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Wandermusikant Anton kommt in ein fremdes Land. Begeistert von seiner Musik, musizieren die Bewohner bald selbst. Nur der König bringt auf seinem herrschaftlichen Rieseninstrument keinen Ton zustande. Aus Wut lässt er alle Instrumente einsammeln. Mit List und Witz erobert Anton diese jedoch zurück und am Ende wird der König ein bescheidenes Orchestermitglied. Scheinbar mühelos und perfekt animiert bewegen sich die markanten Drahtfiguren durch ein amüsantes Abenteuer.
1968, 23 min, Puppen: Dietrich Nitzsche, Bauten: Herbert Löchner, Regie: Günter Rätz

Novelle

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Beim Ausritt entdecken die Fürstin und der Hofjunker Honorio einen Brand auf dem Marktplatz. Dabei entlaufen den Gauklern ein Tiger und ein Löwe, die ihnen den Lebensunterhalt sichern. Honorio tötet den Tiger, der Löwe kann jedoch durch das wunderbare Flötenspiel eines Knaben gezähmt werden. Die spröde literarische Vorlage von Johann Wolfgang von Goethe wird durch die noble Gestaltung und zarten Porzellanfiguren filmisch greifbar.
1976, 14 min, Puppen: Karl-Georg Hirsch, Horst Tappert, Bauten: Gottfried Reinhardt, Regie: Katja Georgi

Klein Zaches genannt Zinnober

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Klein Zaches, unvermögend und hässlich von Gestalt, erhält von einer mitleidigen Fee die Gabe, die Fähigkeiten talentierter Menschen für sich zu nutzen. So steigt er als Herr Zinnober bis an die Spitze des Staates auf und bringt Unglück und Verzweiflung über das kleine Ländchen. Doch der Student Balthasar und der weise Zauberer Alpanus beenden den Trug. Eine kongeniale und gestalterisch meisterhafte Umsetzung des Märchens von E. T. A. Hoffmann.
1979, 31 min, Puppen: Wadim Kurtschewski, Bauten: Klaus Schollbach, Regie: Ina Rarisch

Der Koffer

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Ein junger, mittelloser Kaufmannssohn landet mit seinem fliegenden Zauberkoffer bei einer schönen Prinzessin. Er gibt sich als Gott aus und wird vom König als Schwiegersohn erwählt. Doch als der göttliche Bräutigam aus den Lüften erscheinen soll, geschieht ein Unglück, der Koffer verbrennt beim festlichen Feuerwerk. Der Kaufmannssohn muss die Wahrheit berichten und findet Verständnis für seine Notlüge. Nach einem Märchen von Hans Christian Andersen.
1983, 32 min, Puppen/Bauten: Martina Großer, Regie: Kurt Weiler

Die kluge Bauerntochter

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Ein König heiratet die Tochter eines armen Bauern. Auch als Königin vergisst sie ihre Herkunft nicht und steht einem Bauern bei, der durch ein leichtfertiges Urteil des Königs geschädigt werden soll. Der König verstößt daraufhin seine Frau, allerdings darf sie mitnehmen, was ihr im Schloss das Liebste war. Sie entscheidet sich für ihn. Dem König werden dadurch die Augen geöffnet. Die derb-komische Gestaltung ist die perfekte Umsetzung dieses stets aktuellen Schelmenmärchens der Gebrüder Grimm.
1984, 21 min, Puppen: Irena Schaller, Bauten: Henning Schaller, Regie: Monika Anderson

Der fallende Schatten

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Ein weiser Alter lehrt einen Jungen die Baukunst. Der Junge entwickelt hervorragende Fähigkeiten und baut die herrlichsten Paläste. Aber etwas in ihm verkümmert. Die Kehrseite des Menschlichen, der Schatten, wächst über ihn hinaus. Eine sehr ästhetisch inszenierte Parabel über die Verführung durch Macht und Reichtum. Eine der besten Koproduktionen des Studios. Nach einer Legende von W. Heiduczek.
1986, Koproduktion mit Sojusmultfilm Moskau, 20 min, Puppen: W. Dudkin, A. Melik-Sarkisjan, Bauten: E. Liwanowa, Regie: Stanislaw Sokolow

Das Myrtenfräulein

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Der Prinz von Porzellanien, der nur das Spiel mit eitlen Damen in einer kühlen Porzellanwelt kennt, verliebt sich eines Tages in ein Myrtenbäumchen und entdeckt, dass darin ein schönes Mädchen wohnt. Die beiden werden schließlich ein glückliches Paar, und in Porzellanien zieht die grüne Natur ein. Ein romantisches Umweltmärchen, das mit der Noblesse seiner Gestaltung und zurückhaltender Animation seiner biedermeierlichen Vorlage von Clemens Brentano voll gerecht wird.
1989, 22 min, Puppen: Horst Tappert, Bauten: Ulrike Röhricht, Regie: Katja Georgi