Chronologie zum Animationsfilm in Deutschland

Mit der vorliegenden „Chronologie“ bietet das Deutsche Institut für Animationsfilm eine Orientierung in der über 100-jährigen Geschichte des „Trickfilms“ in Deutschland. Die vorgesehene Zusammenstellung einzelner Dekaden von 1909 bis heute umfasst nicht nur herausragende Filmproduktionen und Publikationen sowie zentrale filmpolitische Ereignisse, die in der Historie des deutschen Animationsfilms nachhaltig gewirkt haben, sondern versucht auch, Entwicklungslinien von Filmemacher-Persönlichkeiten und Produktionsstätten nachzuzeichnen, fachtheoretische Diskussionen transparent zu machen und technische Neuerungen, Erfindungen wie Patente in ihren zeitlichen Kontext zu stellen. Zitate aus Originaldokumenten, Zeitzeugengesprächen und Pressestimmen wahren die geschichtliche Authentizität und tragen zum Verständnis des besonders im Animationsfilm von Beginn an zu beobachtenden komplexen Wechselspiels zwischen Kunst, Technik und Geschäft bei. Wissenschaftlich gesicherte Thesen aus der seriösen Forschung sollen ebenso zu Wort kommen wie subjektive Äußerungen mit ihren oft schillernden und breitgefächerten Spektren an Meinungen und Haltungen. Das Kontinuum der Zeitleiste schafft ein untrügliches Sensorium für innewohnende historische Abläufe und vermag gleichzeitig zu helfen, Zusammenhänge im europäischen wie im Weltmaßstab besser zu verstehen.

Unweigerlich gerät die Chronologie in den Diskurs um die Neujustierung des „Animations“-Begriffes unter dem Zeichen neuer Technologien und gesellschaftlicher Wandlungen. Je mehr sie sich der Gegenwart nähert, um so mehr soll versucht werden, aus der Vergangenheit heraus einen Diskussionsprozess um Technik, Ästhetik, Inhalte, gesellschaftliches Umfeld in die Zukunft hinein zu beginnen. Bildergeschichten und Comics gehören ebenso dazu wie VFX (Visual Effects), Computerspiele und die Ergebnisse aktueller Forschung. Dabei interessiert nicht nur die Produktion in Deutschland, die über viele Jahre hinweg, anders als in den Vereinigten Staaten, eine Manufaktur war, sondern auch jene Animation, die aus dem Ausland nach Deutschland gelangt.

Lücken in der Filmgeschichtsschreibung schließen

Mit der Chronologie sollen wichtige Felder in der Aufarbeitung des deutschen Animationsfilms gefüllt und Lücken geschlossen werden, die in der Filmwissenschaft und im medialen Umfeld deutlich spürbar sind. Die Aufstellung wird als „work in progress“ fortlaufend aktualisiert und mit den noch fehlenden Dekaden aufgefüllt: Weimarer Republik, NS-Zeit, zwei deutsche Staaten, Animation nach Mauerfall und deutsch-deutscher Vereinigung. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wird jedoch kontinuierlich um neue Ergebnisse der filmhistorischen Forschung ergänzt.

Das Bestreben der Chronologie ist es, in Einzelfällen durchaus subjektiv auch aus persönlichem Erleben eines Zeitzeugen heraus, auf den deutschen Animationsfilm im europäischen Kontext zu fokussieren. Mit Verweisen auf wichtige themenbezogene Quellen werden Möglichkeiten für die weitere Recherche und die Kontextualisierung der knappen Einträge geliefert. Damit führt diese Chronologie nennenswerte Bausteine der Forschung zur Geschichte des deutschen Animationsfilms zusammen.

Recherchequellen

Hervorgehoben seien in diesem Zusammenhang die folgenden grundlegenden und allgemeinen Recherchequellen:

Team und Dank

Die „Chronologie zum Animationsfilm in Deutschland“ wurde 2010 im Deutschen Institut für Animationsfilm e. V. (DIAF) von den Filmhistorikern und Autoren Jeanpaul Goergen und Ralf Forster begründet. Deren opulente Recherchen und Zusammenstellungen waren wegweisend und bildeten die Basis für die nunmehrige Erweiterung und Fortsetzung der umfangreichen Zeittafel, für die vor allem Rolf Giesen, Jörg Herrmann und Volker Petzold verantwortlich zeichnen.

Für die Unterstützung bedanken wir uns zudem bei: J. P. Storm, Christel Strobel, Thomas Tode sowie weiteren, nicht genannten Kolleginnen und Kollegen.

Für Informationen und Anregungen sind wir sehr dankbar: kontakt@diaf.de