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Dauerausstellung

„ANIMATION MADE IN DRESDEN – Das DEFA-Studio für Trickfilme“

©DIAF-Archiv, Christoph Reime

Die Filmstadt Dresden strahlt bis heute in die Welt. Davon zeugen in der DIAF-Dauerausstellung im Wechsel aktuelle Arbeiten von einigen ehemaligen DEFA-Mitarbeitern. Ihnen gelang es, die Animationsfilmtradition durch die Gründung von Produktionsfirmen fortzuführen: Balance Film GmbH (gegründet 1993 von Ralf Kukula), Hylas-Trickfilm Dresden (gegründet 1991 von Rolf Hofmann und Martina Großer), mediahaus Kreischa (gegründet von Jörg Hermann) sowie in Halle und Erfurt MotionWorks GmbH (gegründet 1998 von Tony Loeser).

Schwefelschwafel, Rolf Hofmann, 2004, Originalfigur in nachempfundenem Set, Bau: Martina Großer, ©DIAF-Archiv, Christoph Reime

Das ehemalige staatliche Studio, das in Dresden-Gorbitz von 1955 bis 1990 bestand und 250 Mitarbeiter beschäftigte, produzierte mehr als 1.500 Filme in allen klassischen Animationstechniken. Die Ausstellung zeigt rund 400 Puppenfiguren und Requisiten, zum Teil in nachempfundenen Filmsets, Zeichenfolien sowie Flachfiguren. Eine Besonderheit des Studios – der Silhouettenfilm – wird mit Leuchtkästen und Silhouettenfiguren vorgestellt. Zudem werden die Arbeitsschritte bei der Herstellung einer Animationsfigur im Kapitel „Von der Idee ins Atelier“ erläutert. Ein Originalzeichenanimationspult sowie Zeichenfiguren in ihren Einzelphasen geben Einblick in die Arbeitsweise, die notwendig ist, um die Animationsfilmhelden „in Bewegung zu bringen“. Präsentiert wird ferner ein Tricktisch aus den 1960er Jahren.

Das Kapitel „Ohne Ton kein Bild“ widmet sich der unverzichtbaren Rolle des Tons im DEFA-Animationsfilm und zeigt den besonderen Einfluss von Musik, Geräuschen und Sprache auf die Wahrnehmung im Animationsfilm. Anders als im Spiel- und Dokumentarfilm existieren im Animationsfilm keine „Originaltöne“. Jeder klangliche Ausdruck der Figuren und Geschichten muss wie die Bilder künstlerisch geschaffen werden. Start einer Windmühle ins All, Gesang, Lachen wie märchenhafte Streichermusik oder elektronische Klänge: Für die Bearbeitungen von Sprache, Geräuschen und Musik unterhielt das DEFA-Studio für Trickfilme eigens ein Tonstudio in Dresden-Gittersee. Dessen wichtige Mitarbeiter, die technische aufwändige Arbeit sowie spezielle Tonerzeugungsverfahren und -geräte wie das Subharchord werden in der Ausstellung vorgestellt.

©DIAF-Archiv, Christoph Reime

Die Dauerausstellung „ANIMATION MADE IN DRESDEN – Das DEFA-Studio für Trickfilme“ eröffnete das Deutsche Institut für Animationsfilm (DIAF) im Dezember 2016 neu. Gefördert mit Mitteln des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie der Landeshauptstadt Dresden, wurde sie durch die Kooperation mit den Technischen Sammlungen Dresden sowie der DEFA-Stiftung realisiert. 2002 war die DIAF-Dauerausstellung unter dem Titel „Kontraste und Variationen“ mit Bundesmitteln im Rahmen des Programms „Kultur in den neuen Ländern“ entstanden.

Unmittelbarer angrenzend präsentiert das Deutsche Institut für Animationsfilm darüber hinaus Sonderausstellungen sowohl zum historischen als auch zum aktuellen nationalen und internationalen Animationsfilm.

©DIAF-Archiv