Trickfilmkunst aus Dresden – Ausstellung bei den Merseburger DEFA-Filmtagen

Blick in die Ausstellung in der Willi-Sitte-Galerie Merseburg. ©DIAF/Rolf Hofmann
Blick in die Ausstellung in der Willi-Sitte-Galerie Merseburg. ©DIAF/Rolf Hofmann
Die Willi-Sitte-Galerie wurde 2006 anlässlich des 85. Geburtstags des Künstlers eröffnet. ©Wikimedia Commons, Olaf Meister, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die Willi-Sitte-Galerie wurde 2006 anlässlich des 85. Geburtstags des Künstlers eröffnet. ©Wikimedia Commons, Olaf Meister, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Das Wolkenschaf, Katja Georgi, DDR 1960. ©DEFA-Stiftung/Manfred Schreyer

Das Wolkenschaf, Katja Georgi, DDR 1960. ©DEFA-Stiftung/Manfred Schreyer

Begleitend zu den 19. Merseburger DEFA-Filmtagen (12. bis 14. April) präsentiert das DIAF eine Ausstellung zum Schaffen des DEFA-Studios für Trickfilme Dresden. In der Willi-Sitte-Galerie sind Animationspuppen, Szenenbilder und Hintergründe, Entwürfe für Figuren und Dekorationen sowie Arbeitsfotos aus dem Dresdner Studio zu sehen. Besucher können „alte Bekannte“ wie das Pfannkuchen-Teufelchen aus Alarm im Kasperletheater oder das Tapfere Schneiderlein wiedertreffen und andere filigrane, kunstvolle Arbeiten von Animatoren, Regisseuren, Bühnen- und Kostümbildnern entdecken. Außerdem werden die klassischen Tricktechniken vorgestellt: Zeichen-, Puppen-, Flach- und Silhouettentrick. Highlight der Schau ist das „Wolkenschaf“ aus dem gleichnamigen Film (1960), zu dem Willi Sitte das Szenenbild entworfen hat.

Am 9. April um 18 Uhr wird die Ausstellung mit einer Vernissage eröffnet. Dazu läuft der DEFA-Animationsfilm Anna, genannt Humpelbein (Rolf Hofmann, 1989). Für die musikalische Umrahmung sorgt der hallesche Liedermacher Paul Bartsch mit dem „Märchen aus kommenden Tagen“.

„Weltall, Erde, Trick“ – utopische und animierte Filme

©PR

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Die DEFA-Filmtage stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Weltall, Erde, Trick“. Im Domstadtkino, ehemals „Filmtheater Völkerfreundschaft“, laufen deshalb sowohl Science-Fiction-Filme als auch animierte Streifen aus der DDR. Am Freitag, dem 12. April, sind zwei Trickproduktionen in Spielfilmlänge zu sehen: Die fliegende Windmühle (15 Uhr) und Die seltsame Historia von den Schiltbürgern (15.30 Uhr) zu sehen. Die letztgenannte Vorführung moderiert DEFA-Stiftungs-Vorstand Stefanie Eckert, DIAF-Vorstandsmitglied Volker Petzold ist als Gast anwesend.

Auch drei Programme mit kurzen Animationsfilmen haben die Veranstalter vom Förderverein Kino Völkerfreundschaft Merseburg e. V. zusammengestellt:

  • „Trickfilme: Bekannt und geliebt für die ganze Familie“ (Sa, 14 Uhr),
  • „Trickfilme: Hintergründiges“ für Erwachsene (Sa, 17.30 Uhr, Gast: DIAF-Geschäftsführer Till Grahl) und
  • „Trickfilme: Märchenhaftes“ für Erwachsene (So, 13.30 Uhr).

Schöne Tradition: Vorfilm vor dem Hauptfilm

Gleich links hinterm Mond, Günter Rätz, DDR 1959. ©DEFA-Stiftung/Helmut May

Gleich links hinterm Mond, Günter Rätz, DDR 1959. ©DEFA-Stiftung/Helmut May

Vor den utopischen Spielfilmen läuft jeweils ein animierter Vorfilm:

  • Sieben Rechte für den Zuschauer vor Solaris (Fr, 14.30 Uhr),
  • Vom Fröschlein und seinem Reifen vor Der Amphibienmensch (Sa, 14.30 Uhr),
  • Gleich links hinterm Mond vor Der schweigende Stern (Sa, 15 Uhr, die DIAF-Mitglieder Ralf Forster und Jörg Herrmann sprechen über die frühen utopischen Filme der DEFA),
  • Humoreske vor der Preview Bei uns heißt sie Hanka (Sa, 19.15 Uhr),
  • der DEWAG-Werbefilm Herzlich willkommen! vor Signale – Ein Weltraumabenteuer (Sa, 20 Uhr),
  • die Sandanimation Ein Vogel vor der Neuverfilmung Spuk unterm Riesenrad – Die Ausreißer (So, 14 Uhr),
  • Die Panne vor Frauen in Landschaften (So, 15.30 Uhr) sowie
  • Die Sensation des Jahrhunderts vor Eolomea (So, 15.30 Uhr).

Namhafte Gäste im Domstadtkino

©MDR/Meinwerk

©MDR/Meinwerk

Als prominenten Gast begrüßen die Organisatoren am Samstagabend den Signale-Hauptdarsteller Gojko Mitić. Zu anderen Vorstellungen reisen beispielsweise Schauspieler Christian Grashof, Filmrezensent Knut Elstermann, Regisseurin und Journalistin Grit Lemke, Kameramann Uwe Mann und Komponist Thomas Natschinski nach Merseburg.

Am Sonntag wird 16.45 Uhr die Dokumentation Wie Träume laufen lernen – Trickfilme aus Dresden von Heike Bittner gezeigt. Die Regisseurin wird gemeinsam mit Animationsfilmer Tony Loeser das Domstadtkino besuchen.

Informationen:

  • 9. April bis 5. Mai 2024
  • Mi–Fr 10–16 Uhr, Sa/So/Feiertag 13–16 Uhr, Mo/Di Ruhetag
  • Willi-Sitte-Galerie Merseburg, Domstraße 15, 06217 Merseburg
  • Eintritt: 6 €
  • komplettes Programm der DEFA-Filmtage