Das besondere Objekt: Minol-Pirol


Peter Blümel bei den Dreharbeiten zu Johannes Hempels Streichholzballade, DDR 1953. ©DIAF/Peter Blümel
„Stets dienstbereit zu Ihrem Wohl ist immer der – Minol-Pirol!“ erklang es jeden Dienstagabend in den 1960er Jahren im DDR-Fernsehen. Die von Heiner Knappe entworfene Werbefigur – eine Kreuzung aus Ölkanne und Vogel – gab in der Werbesendung Tausend Tele-Tips Ratschläge zur Autopflege und erklärte mit Witz und Reim die Anwendung der Mineralöl-Produkte. Der Animator, Regisseur und Grafiker Peter Blümel (1934–2021) erweckte das Maskottchen im Trickfilmstudio des Deutschen Fernsehfunks (DFF) in Berlin zum Leben.
Als Sohn eines Zeichentrickfilmers war Blümel mit 18 Jahren im Zuge eines Ferienjobs ins DEFA-Studio für populärwissenschaftliche Filme Potsdam gekommen. Dort sammelte er erste Erfahrungen in den Bereichen Animation und Gestaltung.
Ab Ende 1957 arbeitete er gemeinsam mit dem späteren „Sandmännchen-Vater“ Gerhard Behrendt im neugegründeten „Puppenstudio“ des DFF. Als freiberuflicher Animator, Regisseur und Produzent schuf er unter anderem die ersten animierten Musikclips für die Schlagersendung Gut aufgelegt und kurze Werbefilme für das Fernsehformat Tausend Tele-Tips.
„Nebenbei“ gründete Blümel sein eigenes „Studio 66“ und agierte als einer der wenigen privaten Filmemacher in der DDR. Ab Mitte der 1980er Jahre prägte der Potsdamer an der renommierten Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ den jungen Studiengang Animation maßgeblich mit.
Blümels künstlerischen Nachlass übergab seine Tochter Bettina dem DIAF im Juni diesen Jahres. Neben hunderten Entwürfen, Studienmaterialien und Technik befinden sich darin zahlreiche Puppen aus den Trickfilmen für Gut aufgelegt sowie die hier gezeigte Originalfigur des Minol-Pirol.
