Sonderausstellung „Der Animadok von Katrin Rothe“

Ausstellungstitel basierend auf Filmstill Kasimir Malewitsch aus 1917 – Der wahre Oktober, 2017. ©Katrin Rothe Filmproduktion
Ausstellungstitel basierend auf Filmstill Kasimir Malewitsch aus 1917 – Der wahre Oktober, 2017. ©Katrin Rothe Filmproduktion

8. September 2018 bis 31. März 2019, Technische Sammlungen Dresden

Dokumentarisch, fiktional, spielerisch: Animationsfilm und Dokumentarfilm haben das Potential, ihre jeweilige Wirkung gegenseitig zu steigern, betont die Berliner Animationsfilmschaffende Katrin Rothe. Themen, die mit der Kamera schwer oder nicht einzufangen sind, etwa historische Stoffe oder individuelle Erfahrungswelten, werden mittels Animationstechniken illustriert. Die neue Sonderausstellung „Der Animadok von Katrin Rothe“ des Deutschen Instituts für Animationsfilm präsentiert bis zum 31. März 2019 die besondere Arbeitsweise der zweifachen Grimme-Preisträgerin anhand eines realisierten und eines geplanten Filmprojekts.

Während ihres zweimonatigen Aufenthalts im OFFENEN ATELIER des DIAF im Juni und Juli 2018 erkundete Katrin Rothe die Dresdner Computergeschichte. Aus den Recherche-Ergebnissen und Zeitzeugen-Gesprächen soll ein langer Animadok entstehen. In ihrer filmkünstlerischen Neuerzählung der Russischen Revolution 1917 – Der wahre Oktober (2017) hinterfragte sie aus Sicht der beteiligten Künstler, was heute als „die Oktoberrevolution“ bekannt ist. Flachtrick mit unterschiedlichen Materialien bestimmt die Ästhetik von Katrin Rothes Arbeiten. Durch die Sichtbarmachung des handwerklichen und künstlerischen Prozesses wird das Zusammenwirken von Animation und Dokumentarfilm im Animadok in seinem schöpferischen Potential greifbar.

Ausstellungseröffnung

am Freitag, dem 7. September, 18 Uhr,
Grußwort Prof. Otto Alder, Luzern (Schweiz) (angefragt),
in Anwesenheit der Künstlerin.

19 Uhr Filmvorführung 1917  Der wahre Oktober im Museumskino der Technischen Sammlungen

Katrin Rothes jüngster Film 1917 – Der wahre Oktober ist ein Novum, denn er erzählt die Russische Revolution aus der Sicht beteiligter Künstler wie Maxim Gorki und Kasimir Malewitsch. Basierend auf Recherchen in teils bisher unbekanntem Quellenmaterial, in Tagebüchern, Berichten und literarischen Werken ihrer Protagonisten unternimmt Katrin Rothe eine multiperspektivische Befragung dessen, was heute weithin als „Die Oktoberrevolution“ bekannt ist.

Filmstill Kasimir Malewitsch aus 1917 – Der wahre Oktober, 2017. ©Katrin Rothe Filmproduktion

Filmstill Kasimir Malewitsch aus 1917 – Der wahre Oktober, 2017. ©Katrin Rothe Filmproduktion

Katrin Rothe

Katrin Rothe (*1970 in Gera) absolvierte den Studiengang Experimentelle Filmgestaltung an der Universität der Künste Berlin, wo sie 1999 zur Meisterschülerin bei Prof. Heinz Emigholz ernannt wurde. Ihre Arbeit als freiberufliche Produzentin, Autorin, Regisseurin und Art Director zeichnet sich durch das Experimentieren mit interaktiven Erzählformen, Animation in genreübergreifenden Filmen und animierten Dokumentarfilmen aus. Die Gründerin des Berliner StartUps Karotoons ist zweifache Grimme-Preisträgerin (für Doku-Reihe Stellmichein, 2007 sowie Betongold Wie die Finanzkrise in mein Wohnzimmer kam, 2014). Der Erfolg ihres neuesten Films 1917 Der wahre Oktober führte Katrin Rothe auf zahlreiche internationale Animationsfilmfestivals und nach Korea mit einer Ausstellung im llmin Museum of Modern Art Seoul.