Schenkung: Zeichnungen von „Digedags“-Verfilmung fürs DIAF

Anfang März 2026 sind die Digedags ins DIAF-Archiv eingezogen – genauer gesagt: Tausende Entwürfe und Phasenzeichnungen für den animierten Kurzfilm Dig, Dag und Ritter Runkel. Der Potsdamer „Mosaik“-Fan Uwe Koch schenkte sie dem Deutschen Institut für Animationsfilm.
Dig, Dag und Digedag waren von 1955 bis 1975 die Protagonisten der DDR-Zeitschrift „Mosaik“. 1995 wurden zwei der Kobolde und ihr adliger Begleiter in dem sechsminütigen Zeichentrickfilm „lebendig“. Der Pilot sollte den Auftakt zu einer Serie mit den legendären Comicfiguren bilden. Produziert wurde er von Ostfilm (Andrea Hoffmann und Tony Loeser) in Potsdam-Babelsberg, Regie führte Peter Wohlfeil. Als Animatoren und Phasenzeichner arbeiteten u. a. Ulf Grenzer, Peter Weller, Konrad Weise, Rüdiger Scholz und Aygün Völker mit.
„Fall‘n dir Rüben auf den Kopf, brauchst du einen Unterschlopf!“
(Ritterregel)
„Der Film damals ist unter Fans eine Sensation gewesen“, erinnert sich Andreas Greve vom Dresdner Mosaik-Fanclub „Mosa.X“. „Was haben wir damals von einer opulenten Verfilmung geträumt!“ Aus der geplanten Serie wurde allerdings nichts. Trotz der zahllosen „Mosaik“-Fans in der ehemaligen DDR und prominenten Sprechern wie Rolf Hoppe und Michael Gwisdek (als Runkel) schlug der Film keineswegs ein wie eine Bombe. Über die Gründe kann man rückblickend spekulieren. Dem Digedags-„Vater“ Hannes Hegen jedenfalls gefiel das Werk nur bedingt. An den Gesichtern müsse noch intensiv gearbeitet werden, monierte er nach der Filmpremiere.
„Woll‘n dir Feinde an den Kragen, musst du einen Angriff wagen!“
(Ritterregel)
Rund 30 Jahre nach der Filmproduktion entdeckten Bauleute den papiernen Schatz während der Sanierung einer Potsdamer Villa. Hinter einer verschlossenen Tür hatten die Blätter wohl über lange Zeit gelegen und waren dabei offensichtlich auch Feuchtigkeit und Staub ausgesetzt. Die Handwerker informierten den „Mosaik“-Liebhaber und -Sammler Uwe Koch. „Als ich das gesehen habe: Ich dachte, ich fall hintenüber! Das war wirklich genial“, zeigt er sich noch immer begeistert. Koch gab die etwa 20 prall gefüllten Kartons zur Bewahrung und Erforschung an das DIAF. Dafür sind wir ihm sehr dankbar.
In einem ersten Schritt wurden die Zeichnungen von Verschmutzungen befreit und in archivgerechte Kisten umgelagert. Die Sortierung, Erfassung und Inventarisierung wird voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen.
Fernsehbeitrag im MDR-Sachsenspiegel
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