< Zurück

1945. Antifaschistischer Aufklärungsfilm Dob der Stallhase

Der Exil-Russe und vormalige Chefzeichner und Atelierleiter der Deutschen Zeichenfilm GmbH Sergej Sesin gestaltet das Porträt seines Stallhasen Dob als Gleichnis auf den Durchschnittsbürger, während die NS-Macht durch eine Hyäne symbolisiert wird. „Die Moral von der Geschicht: Diene nicht dem Bösewicht.“ (Schlusskommentar)
Es handelt sich möglicherweise um den ersten deutschen Nachkriegsfilm.

 

„Eine moderne, satirische Fabel, die den nachdenklich-schmunzelnden Betrachter von allen Nazi-Zwangsvorstellungen befreien will. […] ‚Führer ist die Hyäne, Zackig mit gestäubter Mähne.’ Sie personifiziert die faschistische Bestie, die von früh bis spät die Tiere zu letzter Kraftanstrengung antreibt. Zwischendurch frißt sie sich weidlich voll. ‚Auch wer vegetarisch speist, wird mitunter fett und feist.’ […] Dob ist der kleine Mann, der pflichteifrig allen Nazi-Befehlen Folge leistet und fleißig in der ‚Fabrik für Trug und Trick’ arbeitet. Daß die Knall-und-Fall-Fabrik in die Luft fliegt, ist die Moral von der Hasengeschichte.“ (Berliner Illustrierte, Nr. 3, 1946, S. 6-7)

 


Film
Dob der Stallhase (1945) / Produktion: Demo-Film Hanno Jahn GmbH, Berlin / Produktionsleitung: Wolfgang Brüning / Regie und Animation: Sergej Sesin / Musik: Michael Jary / 35mm, s/w, 5’
Überlieferung: Bundesarchiv-Filmarchiv, Berlin

 

 

Publikationen
Der erste deutsche Film nach dem Kriege ist fertiggestellt. In: Berliner Illustrierte, Nr. 3, 1946


Schatten des Krieges. Innovation und Tradition im europäischen Kino 1940-1950. Katalog Cinefest VI. Internationales Festival des deutschen Film-Erbes, Hamburg 2009


DVD: Schatten des Krieges. Innovation und Tradition im europäischen Kino 1940-1950. Eine historische Filmsammlung, absolut Medien 2009

 

 

(Zusammenstellung: Ralf Forster)

< Zurück zum Anfang